Stundenbild schreiben — was wirklich draufgehört

Kurs um 18 Uhr. Um 17:55 stehst du an der Musikanlage, der Zettel liegt neben dem Handy. Die ersten Teilnehmerinnen kommen rein. Jetzt hast du noch einen Blick. Danach nur noch drei Sekunden zwischen zwei Blöcken.

Für diesen einen Blick schreibst du das Stundenbild. Nicht für den Schreibtisch, nicht für die Ausbildung, nicht für die Ablage. Für 17:55 und für die Sekunden zwischen Block B und Block C.

Das ändert, was draufgehört. Und was nicht.

Blöcke statt Liste

Die meisten Stundenbilder fangen als lange Liste an. 40 Zeilen untereinander, von Warm-up bis Cool-down. Auf dem Papier sieht das vollständig aus. Im Kursraum ist es unlesbar. Du suchst Zeile 23 und findest Zeile 19.

Eine Kursstunde ist keine Liste. Sie besteht aus Einheiten, die du am Stück unterrichtest und dann abschließt. In der Choreo ist das die Kombination, die du aufbaust und dann durchtanzt. Im Workout ist es der Zirkel. Beim Yoga der Flow. Genau diese Einheiten sind deine Blöcke.

Nenn sie A, B, C, D. Nicht „Hauptteil 2" oder „Kombination mit Mambo". Ein Buchstabe ist in einer halben Sekunde erfasst. Vier Blöcke reichen für die meisten Stunden: A ist das Warm-up, B und C sind die Arbeit, D ist das Cool-down. Wer 60 Minuten Step unterrichtet, hat oft zwei Kombinationen — dann sind B und C die beiden Kombinationen, und die Zusammenführung bekommt einen eigenen Block.

Zwischen den Blöcken passiert im Kurs etwas: Wasser, Musik wechseln, kurz ansagen, was kommt. Das ist die Stelle, an der du aufs Stundenbild schaust. Deshalb muss jeder Block für sich lesbar sein. Du willst nicht Block C sehen und dabei noch Block B im Blickfeld haben.

Eine Zeile, ein Schritt, eine Zahl

In jedem Block steht pro Zeile genau ein Schritt oder eine Übung. Daneben steht, wie lange er dauert — in der Zähleinheit, in der du ihn ansagst.

Für Step sieht das so aus:

Block B
Basic rechts        1 × 8
V-Step              1 × 8
Mambo rechts        1 × 8
Grapevine           1 × 8

Vier Zeilen, 32 Counts, ein Musikbogen. Du siehst auf einen Blick, ob der Block aufgeht.

Was nicht in die Zeile gehört: die Beschreibung, wie der Grapevine geht. Den kennst du. Auch nicht, mit welchem Cue du ihn ansagst, nicht die Armbewegung, nicht der Hinweis, dass die Gruppe letzte Woche beim Mambo Schwierigkeiten hatte. Das alles sind Notizen für dich vor der Stunde. Im Block stören sie.

Die Regel ist einfach: Wenn du die Zeile im Kurs nicht laut sagen würdest, gehört sie nicht in den Block.

Jedes Format zählt anders

Hier scheitern die meisten Vorlagen. Sie kommen aus der Choreo-Welt und rechnen alles in Achtern. Ein Yoga-Flow in 2 × 8 macht keinen Sinn. Ein Tabata-Intervall auch nicht.

Grob gibt es vier Arten zu zählen:

Counts — für alles, was auf Musik läuft und auf der Acht aufgeht: Step Aerobic, Dance Aerobic, Latin, Jumping, Fatburner, auch Cycling. Die Zeile heißt „2 × 8", nicht „16 Counts". Du sagst im Kurs „zwei Achter" an, also steht es so da.

Wiederholungen — für Workout, Bauch Beine Po, Rückenfit, TRX, Pilates. „Squat 15×" ist eindeutig. Wer in Sätzen arbeitet, schreibt „3 × 15" oder gibt jedem Satz eine Zeile.

Atemzüge — für Yoga, Stretch und Meditation. Eine Haltung dauert 5 Atemzüge, nicht 30 Sekunden. Du zählst im Kurs den Atem, also steht der Atem im Stundenbild.

Zeit oder Maß — für Tabata, HIIT und HYROX. Hier steht „20 s / 10 s" oder „1000 m" oder „50 Wall Balls". Die Einheit wechselt von Zeile zu Zeile, deshalb schreibst du sie dazu.

Und dann gibt es Zumba, das eigentlich keine Zähleinheit hat. Die Choreo hängt am Song, und die Zeile ist eher „Refrain: Merengue-Marsch, Strophe: Salsa vor und zurück". Freitext, so wie du es dir merkst.

Wenn du mehrere Formate unterrichtest, halte die Zähleinheit pro Stundenbild fest. Ein Step-Stundenbild zählt in Counts, ein TRX-Stundenbild in Wiederholungen. Mischen macht dich langsam beim Lesen.

Was du weglassen kannst

Alles, was du bereits weißt. Ein Stundenbild ist kein Lehrbuch. Es muss dich nicht an den Grapevine erinnern, sondern daran, dass er nach dem Mambo kommt.

Konkret kannst du weglassen:

Behalten solltest du:

Was Vorbereitung im Raum macht

Der eigentliche Grund für ein gutes Stundenbild ist nicht Ordnung. Es ist, wie du im Raum stehst.

Stell dir zwei Versionen von 18:23 vor. Block B ist durch, die Musik läuft aus.

In der ersten Version weißt du, was kommt. Block C fängt mit Mambo links an, du hast es vor 30 Sekunden gesehen. Du drehst dich zur Gruppe, sagst „Wasser, dann geht's weiter mit der zweiten Kombi", trinkst selbst einen Schluck. Die Gruppe sieht jemanden, der die nächste halbe Stunde im Kopf hat. Sie muss nichts vorausahnen. Sie kann sich auf das eine konzentrieren, was sie gerade tun soll.

In der zweiten Version suchst du. Du beugst dich über den Zettel, findest Block C nicht sofort, weil er unter Block B klebt und die Handschrift eng ist. Fünf Sekunden. Du hebst den Kopf, sagst „so, gleich weiter". Niemand sagt etwas. Aber in den fünf Sekunden hat die Gruppe gespürt, dass vorne jemand nicht sicher ist. Das schlägt durch. Die Vorderreihe schaut häufiger zu dir, die Hinterreihe redet. Beim ersten Mambo links sind drei Leute rechts unterwegs.

Das ist keine Charakterfrage. Die Gruppe liest dich, ob du willst oder nicht. Wer den nächsten Block sicher weiß, hat freie Aufmerksamkeit für die Menschen im Raum: Wer läuft falsch, wer ist heute müde, wer braucht die Option. Wer sucht, hat diese Aufmerksamkeit nicht. Sie steckt im Zettel.

Deshalb ist die Lesbarkeit in drei Sekunden keine Nebensache. Sie entscheidet darüber, ob deine Vorbereitung vom Schreibtisch bis in den Kursraum reicht.

Die Drei-Sekunden-Probe

Bevor du ein Stundenbild als fertig ansiehst, halte es auf Armlänge und schau drei Sekunden drauf. Dann leg es weg. Kannst du sagen, womit Block C beginnt?

Wenn nicht, ist meist eins von drei Dingen schuld:

1. Die Blöcke sind nicht voneinander abgesetzt. Lösung: Abstand, Linie, oder jeder Block auf eine eigene Seite. 2. Die Zeilen enthalten mehr als den Schritt. Lösung: streichen, bis nur Schritt und Zahl übrig sind. 3. Die Schrift ist zu klein für die Entfernung zur Musikanlage. Lösung: größer schreiben oder weniger draufschreiben. Meist beides.

Ein Stundenbild, das die Probe besteht, hat selten mehr als 6 bis 8 Zeilen pro Block. Wenn du bei 15 bist, ist es wahrscheinlich ein Block zu wenig.

Auf dem Handy statt auf dem Zettel

Viele Kursleiterinnen und Kursleiter schreiben ihre Stundenbilder inzwischen nicht mehr auf Papier, sondern ins Handy — schon weil die Blöcke dann nicht mehr unter anderen Blöcken kleben. Genau für diese Art zu schreiben ist ChoreoPad gebaut: Blöcke A bis D, eine Zeile pro Schritt, und jedes der 17 Kursformate zählt in seiner eigenen Einheit — Counts, Wiederholungen, Atemzüge oder ein freies Maß. Im Kurs tippst du den Block an, der dran ist, und liest in großer Schrift ab. Der Rest bleibt ausgeblendet.

Ob Papier oder App: Das Handwerk ist dasselbe. Blöcke, die für sich lesbar sind. Zeilen, die nur den Schritt und seine Zahl tragen. Die Zähleinheit, in der du wirklich ansagst. Und die Drei-Sekunden-Probe vor jeder Stunde.

Kurs um 18 Uhr. Plan um 17:55. Ein Blick, und du weißt, was kommt.

ChoreoPad bringt deine Choreos und Stundenbilder aufs Handy und aufs Tablet — in Blöcken, mit Counts, so wie du sie im Kurs ansagst.

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