Step Aerobic — Lead-Bein, Bankrichtungen und eine Kombination zum Nachmachen
Im Dance-Kurs kann jede Kombination überall hin. Im Step-Kurs steht eine Bank im Weg — oder besser: im Mittelpunkt. Jeder Schritt geht rauf, runter, drüber oder drum herum. Das macht Step übersichtlich für die Gruppe. Und es stellt dir beim Schreiben der Choreo eine Frage, die es sonst nirgends gibt: Mit welchem Bein geht es als Nächstes auf die Bank?
Dieser Artikel erklärt das Lead-Bein, die Richtungen, aus denen du die Bank nutzen kannst, und zeigt eine Kombination über 32 Counts, bei der beides aufgeht.
Das Lead-Bein
Das Lead-Bein ist das Bein, das zuerst auf die Bank steigt. Bei manchen Schritten ist es nach dem Schritt wieder frei — dann beginnt der nächste Schritt mit demselben Bein. Bei anderen landet am Ende das Gewicht auf dem Lead-Bein, und der nächste Schritt beginnt automatisch mit dem anderen.
Der Basic Step zum Beispiel: rechts rauf, links rauf, rechts runter, links runter. Das Gewicht steht am Ende links, rechts ist frei. Der nächste Basic beginnt wieder rechts. Man nennt das Single Lead.
Der Knee Lift dagegen: rechts rauf, linkes Knie hoch, links runter, rechts runter. Das Gewicht steht am Ende rechts. Der nächste Schritt beginnt links. Der Lead wechselt.
Lead bleibt Lead wechselt
Basic Step Knee Lift
V-Step Tap Up
A-Step Repeater
Straddle Down Hamstring Curl
Faustregel: Wenn das zweite Bein oben nur tippt, kickt, curlt oder das Knie hebt — also kein Gewicht übernimmt —, wechselt der Lead. Wenn beide Beine oben stehen, bleibt er.
Die Beispiel-Kombination
32 Counts, alles vor der Bank, Blick nach vorn. In der rechten Spalte steht, mit welchem Bein der Schritt beginnt.
Achter 1
1–4 Basic Step re
5–8 V-Step re
Achter 2
1–4 Knee Lift re
5–8 Knee Lift li
Achter 3
1–8 Repeater re
Achter 4
1–4 Tap Up li
5–8 Basic Step re
Nach dem letzten Basic ist das rechte Bein frei. Die Kombination beginnt beim nächsten Durchgang also wieder rechts — ohne Trick, ohne Zwischenschritt.
Die Ausführung aller Schritte steht in der Liste der Aerobic-Schritte. Wie du so eine Kombination in Stufen aufbaust, steht im Artikel über Choreografie in Stufen.
Warum die Kombination immer rechts anfängt
Achter 2 und 3 zeigen das Prinzip. Zwei Knee Lifts hintereinander wechseln den Lead zweimal — danach ist wieder rechts dran. Der Repeater wechselt ihn einmal, und jetzt steht die Gruppe auf rechts, mit links frei. Der Tap Up in Achter 4 holt den Lead zurück: links rauf, rechts oben tippen, rechts runter, links runter. Rechts ist wieder frei.
Du hast zwei Möglichkeiten, eine Kombination zu bauen:
Immer rechts. Die Kombination enthält gleich viele Lead-Wechsel in beide Richtungen und endet so, dass rechts frei ist. Du unterrichtest sie einmal, und sie läuft immer gleich. Gut für Einsteiger und für jede Gruppe, die neu ist.
Einmal rechts, einmal links. Die Kombination endet mit dem Gewicht auf rechts, der nächste Durchgang beginnt links — gespiegelt. Das ist ausgewogener für den Körper, aber du unterrichtest im Grunde zwei Kombinationen. Die linke Seite braucht immer mehr Wiederholungen als die rechte.
Entscheide dich vorher, und zähl beim Schreiben die Wechsel. Eine Kombination, die „aus Versehen" links endet, merkst du sonst erst im Kurs — wenn die halbe Gruppe mit rechts auf die Bank steigt und die andere Hälfte mit links.
Die Richtungen zur Bank
Dieselben Schritte sehen anders aus, je nachdem, von wo aus die Gruppe die Bank nutzt. Die üblichen Ausgangspositionen:
- Front — vor der Längsseite, Blick nach vorn. Die Grundposition, hier starten fast alle Kombinationen.
- End — am schmalen Ende, Blick längs über die Bank.
- Side — seitlich neben der Bank, die Bank liegt links oder rechts.
- Top — oben auf der Bank.
- Astride — rittlings über der Bank, ein Fuß links, einer rechts. Hier beginnt der Straddle Up.
Wechsle die Richtung erst, wenn die Kombination von vorn sitzt. Ein Basic Step vom Ende aus ist für die Füße derselbe Schritt, für den Kopf ein neuer. Und jeder Richtungswechsel verdeckt dich für einen Teil der Gruppe — die Hälfte schaut kurz an dir vorbei.
Technik, die du ansagen solltest
Auf der Bank entstehen Fehler, die auf dem Boden keine Rolle spielen. Vier Hinweise reichen, und sie wirken am besten, wenn du sie zwischendurch wiederholst:
- Der ganze Fuß auf die Bank. Die Ferse hängt nicht über die Kante.
- Leise auftreten. Wer laut auf der Bank landet, setzt hart auf.
- Nah an der Bank absteigen. Etwa eine Fußlänge Abstand, nicht weiter.
- Aus der Hüfte nach vorn neigen, nicht aus dem Rücken. Der Oberkörper bleibt lang.
Und die Höhe: Einsteiger nehmen die Bank ohne Erhöhung. Wer seit Jahren kommt, legt eine Erhöhung unter. Sag das zu Beginn der Stunde einmal für alle an — dann muss niemand fragen.
Die Kombination aufschreiben
Auf dem Zettel steht der Block mit Counts. Das Lead-Bein schreibst du nur dort dazu, wo es wechselt:
Block B — Step Kombi 1
1 × 8 Basic, V-Step
1 × 8 Knee Lift re, Knee Lift li
1 × 8 Repeater re
1 × 8 Tap Up li, Basic
Vier Zeilen, 32 Counts. Wer die Kombination ein paar Wochen nicht unterrichtet hat, sieht an „re" und „li" sofort, wo die Wechsel sitzen.
In ChoreoPad hat Step Aerobic ein eigenes Kursformat, das in Counts zählt. Jede Kombination ist ein Block, jede Zeile ein Schritt mit seiner Länge, und im Kurs liest du den Block ab, der gerade dran ist.
Kurz gesagt
Step ist Aerobic mit einer Bank in der Mitte — und mit einem Lead-Bein, das du beim Schreiben im Blick behalten musst. Schritte, bei denen oben nur getippt, gekickt oder das Knie gehoben wird, wechseln den Lead. Zähl die Wechsel, bevor du die Kombination unterrichtest, und entscheide, ob sie immer rechts beginnt oder die Seite wechselt. Wechsle die Richtung zur Bank erst, wenn die Kombination von vorn sitzt. Und sag die Technik an, bevor jemand sie braucht.