Dance-Fitness-Stunde planen — mit Vorlage
Im Step-Kurs baust du eine Kombination über 45 Minuten auf. In der Dance-Fitness-Stunde ist nach dreieinhalb Minuten Schluss: Der Song ist vorbei, der nächste fängt an, und mit ihm eine ganz neue Choreo. Vierzehnmal in einer Stunde.
Das macht die Planung anders. Du baust nicht eine Choreo, du stellst eine Reihe von Songs zusammen — und jeder Song bringt seine fertige Choreo mit. Die Arbeit liegt in der Auswahl und in der Reihenfolge. Und darin, dass du bei Song 9 noch weißt, wie der Refrain von Song 9 geht.
Dieser Artikel zeigt, wie du eine Stunde aufbaust: welche Songs, in welcher Reihenfolge, wie die Choreo auf den Zettel kommt. Am Ende steht eine Vorlage zum Abschreiben.
Der Song ist die Einheit
In der Choreo-Welt ist der 32er-Block die Einheit: vier Achter, eine Kombination, ein Musikbogen. In Dance Fitness ist es der Song. Die Choreo folgt nicht dem Achter, sondern dem Aufbau des Lieds: Intro, Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, Bridge, Refrain, Outro.
Daraus folgt die wichtigste Regel für jede Choreo: Gleiche Musik, gleiche Schritte. Jeder Refrain bekommt dieselbe Schrittfolge, jede Strophe ebenfalls. Die Gruppe lernt nicht 3:30 Minuten Choreo, sondern drei oder vier Teile, die sich wiederholen. Beim zweiten Refrain erkennt sie die Musik und weiß, was kommt. Beim dritten macht sie ihn ohne dich.
Deshalb zählst du in Dance Fitness selten Achter. Du zählst Teile. Die Zeile auf deinem Zettel heißt nicht „2 × 8 Merengue-March", sondern „Strophe: Merengue-March, Arme hoch". Wie lang die Strophe ist, sagt dir der Song.
Die Songliste: 12 bis 14 Songs in 60 Minuten
Ein Song dauert meist drei bis vier Minuten. 14 Songs sind damit rund 50 Minuten Musik. Dazu kommen die Übergänge: Wasser, ein Satz zum nächsten Song, einmal durchatmen. Mit 12 bis 14 Songs ist eine Stunde gut gefüllt, bei 45 Minuten sind es 10 bis 11.
Plane lieber einen Song zu viel als einen zu wenig. Den letzten Song vor dem Cool-down kannst du streichen, wenn die Zeit knapp wird. Eine Lücke von vier Minuten füllst du dagegen nicht spontan.
Die Intensität als Kurve
Die Reihenfolge der Songs ist dein eigentliches Stundenbild. Sie bestimmt, wann die Gruppe ins Schwitzen kommt und wann sie Luft holt. Die Form ist fast immer dieselbe:
- Anfang, Song 1 und 2: leicht, große einfache Schritte, viel March. Die Gruppe wird warm und findet in den Raum.
- Mitte, Song 3 bis 10: im Wechsel hoch und mittel. Nach einem Song, der fordert, kommt einer, der trägt. Zwei harte Songs hintereinander sind eine Spitze; mehr als zwei kosten dich die hintere Reihe.
- Spitze, etwa Song 9 bis 11: der Song, auf den alle warten. Hier steht dein stärkster Titel.
- Ende, die letzten 1 bis 2 Songs: ruhiger, langsamer, zum Schluss Dehnen.
Schreib neben jeden Song ein Wort für die Intensität: leicht, mittel, hoch. Wenn drei „hoch" untereinander stehen, siehst du es sofort.
Die Rhythmen mischen
Die meisten Dance-Fitness-Stunden leben von lateinamerikanischen Grundrhythmen, ergänzt um Pop, Afrobeat, Bollywood oder was die Gruppe mag. Die vier häufigsten:
Merengue — der einfachste. Im Kern ein March mit Hüfte, ein Schritt pro Schlag. Ideal für den Anfang und für die Spitze, weil jede und jeder sofort mitkommt.
Salsa — der Grundschritt geht über acht Counts: vor, zurück, ran — Pause — zurück, vor, ran — Pause. Getanzt auf 1-2-3 und 5-6-7. Braucht ein paar Wiederholungen, bis er sitzt.
Cumbia — ein ruhiger Grundschlag, bei dem ein Fuß im Wechsel zurücktritt. Die Beine haben wenig zu tun, Arme und Oberkörper umso mehr.
Reggaeton — schwerer, tiefer, mit Bounce, Stomp und Body Roll. Gut in der Mitte der Stunde, wenn die Gruppe warm ist.
Zwei Songs im selben Rhythmus hintereinander sind kein Fehler, aber selten nötig. Der Wechsel hält die Stunde frisch — und gibt den Beinen, die Salsa schwer finden, beim nächsten Merengue eine Pause.
Eine Choreo pro Song aufschreiben
Für jeden Song schreibst du die Teile auf, nicht die Achter. Eine Zeile pro Teil, so wie du ihn im Kurs ansagst:
Song 5 · Merengue · hoch
Intro March, Arme locker
Strophe Merengue-March, Arme hoch
Refrain Side to Side + Shimmy
Bridge 4 vor, 4 zurück, Klatschen
Outro Pose auf den Schlusston
Die Strophe steht nur einmal da, auch wenn sie dreimal kommt. Gleiche Musik, gleiche Schritte. Wenn ein Teil beim zweiten Mal anders ist, bekommt er eine eigene Zeile: „Refrain 3: mit Drehung".
Was fehlt, ist die Länge der Teile. Die lernst du am Song, nicht am Zettel. Hör jeden neuen Titel drei-, viermal, bevor du ihn unterrichtest, und markier dir, wo die Bridge kommt. Die Bridge ist die Stelle, an der Choreos am häufigsten abreißen.
Neue Songs einbauen
Eine Stunde, die jede Woche gleich ist, wird langweilig. Eine Stunde mit fünf neuen Songs überfordert. Der Mittelweg: ein neuer Song pro Woche, höchstens zwei. Der Rest ist bekannt.
Setz den neuen Song nicht an den Anfang und nicht an die Spitze. Am besten in die Mitte, nach einem bekannten, ruhigeren Titel. Dann ist die Gruppe warm, aufnahmebereit, und wenn der Refrain beim ersten Mal noch wackelt, kommt danach ein Song, den alle können.
Wenn ein Song nach drei Wochen immer noch hakt, nimm ihn wieder raus. Das ist kein Scheitern, das ist Auswahl.
Die Vorlage zum Abschreiben
So sieht eine Stunde mit 14 Songs auf einer Seite aus. Rhythmus, Intensität, Platz für den Titel:
Nr Rhythmus Intensität Song
1 Merengue leicht ______
2 Cumbia leicht ______
3 Salsa mittel ______
4 Reggaeton mittel ______
5 Merengue hoch ______
6 Cumbia mittel ______
7 Pop (neu) hoch ______
8 Salsa mittel ______
9 Reggaeton hoch ______
10 Merengue Spitze ______
11 Afrobeat mittel ______
12 Pop hoch ______
13 Cool-down leicht ______
14 Dehnen ruhig ______
Darunter oder auf der Rückseite: pro Song ein kleiner Block mit Intro, Strophe, Refrain, Bridge und Outro. Mehr braucht es nicht.
Auf dem Handy statt auf dem Zettel
Vierzehn Songs mit je vier Teilen sind 56 Zeilen. Auf Papier heißt das blättern. ChoreoPad hat dafür ein eigenes Song-Format: Jeder Song ist ein Stundenbild mit Titel, jeder Teil ein Block — Intro, Strophe, Refrain — und die Zeilen sind Freitext statt Counts, so wie du sie dir merkst. Im Kurs tippst du den Song an, der läuft, und liest in großer Schrift ab.
Ob Papier oder App: Das Handwerk bleibt dasselbe. Der Song ist die Einheit. Gleiche Musik, gleiche Schritte. Die Intensität als Kurve. Und jede Woche ein neuer Song, nicht fünf.